Die Entwicklung der eigenen Kunst als offenen Prozess betrachten, der sich jenseits von kommerziellen Verwertungskalkülen abspielt – das ist seit jeher modus operandi für Marc Grünhäuser. Der Songwriter und Produzent stellte im vergangenen Jahr mit TAGIOG (2024) die Debüt-Single seines Projekts Quicche vor und läutete gleichzeitig eine neue Schaffensphase ein. Veröffentlicht beim legendären Label R&S Records, die von The Future Sound Of London über Aphex Twin bis Ken Ishii einige der größten Reformer elektronischer Musik der 90er in ihrem Programm hatten, knüpft Grünhäuser an alte Stärken an. Tatsächlich ist seine Musik nun weniger von Indie-Rock, als vielmehr von den technisch raffinierten Produktionen eines James Blake oder Burial inspiriert. Sanfte Breakbeats, sphärische Ambient-Flächen, entrückte Vocals beschwören auf dem diesjährigen Debütalbum „Frisia“ (2025) eine zugleich verträumte wie futuristische Atmosphäre, die perfekt in unsere turbulente Zeit passt.